Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

All Cachaça on Special Offer!

Sonntag, 31. Juli 2011

In der vergangenen Woche kam mal wieder ein Newsletter vom britischen Onlineshop TheDrinkShop.com in meiner Mailbox an. Bereits der Betreff der Email weckte mit “All Cachaça on Special Offer!” meine Aufmerksamkeit.

Für die insgesamt 27 gelisteten Produkte gibt es im Schnitt etwa 10% Rabatt auf den sonst üblichen Preis. In dem Werbehinweis selbst ist sogar von bis zu 20% die Rede. Die in Deutschland ohnehin erhältlichen Produkte werden dadurch zwar nicht zu Schnäppchen, allerdings lässt sich so verhältnismäßig günstig an weitere Cachaça Sorten herankommen. Der aktuelle Kurs von 1 Euro zu etwa 88 Pence liegt in der Mitte des Schwankungsbereichs der letzten Jahre. Wen die Versandkosten nach Deutschland in Höhe von 17,38 £ (etwa 20 Euro) nicht abschrecken, kann für diesen Preis 12 normale 0,7 Liter Flaschen transportieren lassen. Spätestens dann macht der Versandkostenanteil nicht mehr viel am Endpreis aus.

Cachaça Preis- und Verfügbarkeitsliste Version 7

Donnerstag, 07. Juli 2011

In den letzten Tagen habe ich die zweite Preis- und Verfügbarkeitsliste im Jahr 2011 recherchiert. Gegenüber der Version 6 auf dem Stand von Februar hat sicher wieder einiges auf dem deutschen Markt getan. Hier die Auffälligkeiten, die mir bei der Recherche zur neuen Liste ins Auge fielen:

  • Armazem Vieira Turmalina ist nach einem kurzen Auftauchen vor fast zwei Jahren nun bei mehreren Händlern erhältlich und scheint offiziell in den Markt eingeführt. Dafür sind die kurz gelagerten Qualitäten Safira und Esmeralda nahezu komplett aus den Onlineshops verschwunden. Hier scheint es momentan Lieferprobleme zu geben. Die älteren Sorten sind beim Kölner Rum Kontor teilweise deutlich im Preis gesenkt worden, dafür verringerte sich auch der Flascheninhalt von 0,75 auf 0,7 Liter.
  • Bei Barfish ist der Velho Barreiro Reserva Especial momentan im Angebot, die jüngere Abfüllung namens Special Reserve ist jetzt auch in der günstigeren Literflasche erhältlich und ebenfalls vorübergehend reduziert.
  • Cachaça-Online hat den kürzlich eingeführten Santo Grau Coronel Xavier Chaves und Tropical Brazilis ausgelistet, beide Sorten sind jedoch bei Vicios Brasileiros neu im Sortiment und damit immer noch bestellbar.
  • Die Weinquelle reduziert ihr Sortiment an Cachaça nun zum wiederholten Male und listet zahlreiche Sorten aus. Außerdem wurden die Preise der verbliebenen Abfüllungen von Armazem Vieira deutlich erhöht.
  • Banneke macht genau das Gegenteil und baut das Sortiment aus. Da der Shop aber keine Preiskracher enthällt, bleibt er erst einmal unter den Sonstigen gelistet.
  • Aus der Spalte Sonstige entfällt der Shop dasgibtsnureinmal.de komplett. Die Adresse scheint nicht mehr registriert zu sein, zuvor waren hier ein paar gute Angebote gelistet. Dafür baut Yourbar das Sortiment beständig aus und hällt zahlreiche Preisschlager bereit. Bestellt habe ich dort allerdings noch nicht.
  • Vicios Brasileiros hat neben Barfish mitlerweile das breiteste Sortiment an Artesanal- und Industrie-Cachaças. Zahlreiche neue Sorten wie Seleta und Tombadoro ouro wurden eingelistet. Die neuen Qualitäten von Delicana namens Castanha und Ipe Roxo sind momentan exklusiv bei diesem Shop bestellbar. Einige neue Liköre bereichern das Sortiment auch auf diesem Gebiet. Außerdem ist Chapeu de Palha nach einem kurzen Verschwinden hier wieder aufgetaucht.
  • Bei den meisten Shops gab es geringfügige Preisänderungen nach oben und unten für verschiedene Produkte.

Falls jemand weitere erhältliche Produkte (bitte keine Discounter-Sonderabfüllungen etc.) bzw. günstigere Lieferanten kennt, freue ich mich über Emails und Kommentare.

Where to Buy Cachaça in Germany 7

Forumstreffen von Cocktails & Dreams in Wien

Mittwoch, 15. Juni 2011

Vom 10. bis 12. Juni 2011 fand in Wien das siebte Forumstreffen der Cocktails & Dreams Community statt. Forumsmitglieder aus der österreichischen Hauptstadt hatten zum ersten Mal in eine Stadt außerhalb Deutschlands eingeladen und drei Tage Programm für die etwa 40 angereisten Teilnehmer. Diese stammen nach wie vor hauptsächlich aus Deutschland, allerdings waren auch zwei Schweizer vertreten. Die gute Arbeit des Organisationsteams begann bereits mit der Ausarbeitung eines Logos und Pressearbeit im Vorfeld.

Am ersten Abend besuchten die früh angereisten Teilnehmer einen typischen Wiener Heurigen um vier der dort produzierten Weine zu testen. Im Anschluss ging es für Einige weiter zur Bar Halbestadt, die im Laufe des Wochenendes immer wieder aufgesucht wurde.

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Mittagessen in einem Südtiroler Wirtshaus. Anschließend besuchte die Gruppe das Altwiener Schnapsmuseum, welches sich meiner Meinung als Touristenfalle entpuppte. Der Spaziergang durch den Schönbrunner Schlosspark entschädigte für die Likör-Qualen des vorherigen Programmpunktes. Direkt neben dem Schlosspark wurde im Gastgarten des Brandauer’s Schlossbräu zu Abend gegessen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in dem sehr verkehrsgünstig laut gelegenen Hostel ging es weiter zur Bartour. Um die Bars an einem Samstag Abend nicht zu überfordern hatten sich die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt und besuchten im Wechsel die Wiener Bars The Sign, Dino’s, Eberts Cocktailbar und die Bar Halbstadt. Alle Bars überzeugten das kritische Publikum mit guten Drinks und angenehmem Service. Cachaça spielt, wie in Deutschland, auf Wiener Barkarten leider keine große Rolle und wird allenfalls für Caipirinha und Coladas verwendet. Die im Barstock vorhandenen Flaschen entsprechen den typischen Vertretern von Supermarkt-Cachaças.

Nach einer kurzen Nacht trafen sich die wieder ernüchterten Forumsmitglieder zu einer gemeinsamen Stadtführung unter dem Motto “Erotik in Wien”. Das gemeinsame Essen im Centimeter VII glänzte leider mehr mit Größe der Portionen denn durch Qualität der angebotenen Speisen und stellte damit den gastronomischen Tiefpunkt des Treffens dar. Für den letzten Abend hatte Erich Wassicek den Cocktailnerds freundlicherweise die durch ihn betriebene Bar Halbestadt zur Verfügung gestellt. Michael Meinke führte zunächst ein Aromen-Tasting durch. Um dem Gastgeberland gerecht zu werden wurden jeweils vier Dirndl-, Vogelbeer- und Marillenbrände verkostet. Zu diesem Tasting waren auch einige Vertreter der österreichischen Spirituosenhersteller gekommen. Der Cocktailwettbewerb im Anschluss glänzte durch interessante Neukreationen mit dem Schokoladenbrand Mozart Dry als Hauptzutat. Das traditionelle freie Mixen bildete den Ausklang des diesjährigen Forumstreffens.

Cachaça-technisch bietet Österreich leider nicht so viel wie ich gehofft hatte. Teilweise sind die typisch deutschen Marken zu finden, ein komplett neues Produkt habe ich leider nirgends gesehen. In den besuchten Bars wird die Spirituose nahezu ausgeklammert. Das Treffen war dennoch sehr schön und ich möchte möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei den Organisatoren bedanken. Ihr habt einen tollen Job gemacht und die Latte für das nächste Jahr sehr hoch gehängt!

Gastronomic Bartalk in Dresden

Sonntag, 29. Mai 2011

Am 31.5.2011 geht der Dresdner Gastronomic Bartalk in seine 5. Runde. Diesmal steht die Brasilianische Nationalspirituose Cachaça im Mittelpunkt. Eine Spirituose, welche den Fluch und Segen hat mit der Caipirinha eine enge Symbiose zu führen.

Ab 14 Uhr werden Dietrich Flath (JERICOA) und Arno Schmid-Egger (Magnífica) durch den Nachmittag führen und zeigen, das Cachaça weit mehr ist als nur Caipirinha. Unterschiedlichste Cachaças werden verkostet und als erlebbares Zeugnis für Geschichte, Herstellung und vor allem Lagerung dienen. Auf Grund der Vielzahl von unterschiedlichsten Holzsorten zur Fasslagerung werden Cachaças in einer Vielfalt erlebbar wie selten zuvor.
Im Anschluss präsentiert René Förster Drinks mit Cachaça und zeigt, dass neben der Caipirinha, Cachaça bei vielen Drinks als Basis genutzt werden kann.

Ab 18 Uhr startet dann der gemütliche Teil des Abends natürlich mit unterschiedlichsten Cachaça-Drinks zum gastronomisch günstigen Preis.

Hier noch eine Auswahl der Cachaças, die unter anderem vorgestellt werden…

Serra das Almas
Magnífica tradicional
Coronel Xavier Chaves
Magnífica envelhecida
Seleta
Magnífica soleira
Rio do Engenho
Engenho Bahia – Putumujú
Casa Bucco
Pitú

Anmeldungen erbeten unter rene.foerster@solmelia.com oder per Facebook

Adoçado – Nachgezuckert

Donnerstag, 12. Mai 2011

Von der ersten Idee zu diesem Artikel bis zu dessen Veröffentlichung war es ein weiter Weg. Vor über einem Jahr, ich wunderte mich bei der Purverkostung bereits über den süßen Geschmack vieler Cachaças, fand ich das Wörtchen “Adoçado” auf einer Flasche. Übersetzt bedeutet dies “nachgezuckert” und brachte mich damit auf die Fährte von Produktschönungen durch Zuckerzusatz. Diese werden hauptsächlich bei industriell hergestellten Bränden durchgeführt, dazu jedoch gleich mehr.

Doch wieviel Zucker ist wirklich in einem handelsüblichen Cachaça enthalten? Da ich kein Labor zur Verfügung habe, musste ich mir einen etwas simpleren Versuchsaufbau ausdenken. Kurzenhand ließ ich 30 ml Berro d’Agua in einem Reagenzglas verdunsten. Den Restinhalt konnte ich von einer Freundin mit einer Feinwaage bestimmen lassen. Das Gewicht des weißen Restes im Reagenzglas konnte auf etwa 0,52 Gramm bestimmt werden. Das hört sich erst einmal nicht besonders viel an, entspricht aber knapp 1,7% des Gesamtgewichts der Spirituose. Somit sind in einer 0,7 Liter Flasche etwa 12 Gramm Zucker enthalten, was 5 Stück Würfelzucker entspricht.

Wie sieht die Gesetzeslage in Brasilien aus?

Cachaça kann bis zu 6 g/Liter Zucker in Form von Sacharose zugegeben werden. Bei Unterschreitung dieser Grenze ist keine Deklaration auf der Flasche notwendig. Produkte mit Zuckerzugaben zwischen 6 und unter 30 g/Liter müssen als “Cachaça adoçada” bezeichnet werden. Der oben analysierte Berro d`Agua liegt mit etwa 17 g/Liter also in der Mitte  der zulässigen Konzentration für “Cachaça adoçada”.

Was gibt die EU zur Nachsüßung von Spirituosen vor?

Die Süßung von Spirituosen zur Geschmacksabrundung ist in der EU grundsätlich erlaubt. Für bestimmt Produkte wie Rum und Whisky / Whiskey ist sie jedoch komplett verboten. London Gin darf bis maximal 0,1 g/Liter nachgesüßt werden, was geschmacklich nicht auffallen dürfte. Cachaça wird meiner Kenntniss nach als “Rum” importiert und dürfte somit nicht nachgesüßt werden. Wieso dies dennoch zulässig zu sein scheint, ist mir leider nicht bekannt.

Genauere Informationen zu Bestimmungen der EU zu Spirituosen lassen sich dem folgenden PDF entnehmen:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:039:0016:0054:DE:PDF

Welchen Vorteil bietet der Zusatz von Zucker?

Zunächst einmal macht der Zusatz von Zucker die jeweilige Spirituose weicher und gefälliger im Geschmack. Dies trifft insbesondere auf ungelagerten Cachaça zu. Somit lassen sich, speziell bei industriell hergestellten Zuckerrohrbränden, kleine Fehler in der Verarbeitung und Destillation kaschieren. Sowohl bei den ungelagerten als auch den gelagerten Cachaças belegten jeweils zwei “Cachaça adoçada” die ersten beiden Plätze im von mir durchgeführten online Cachaça-Tasting. Alle nachfolgenden Plätze tragen nicht den Zusatz “adoçada” und sind somit gar nicht oder zumindest mit weniger als 6 g/Liter Zucker nachgesüßt. Dies wirkt sich beim Mixen von Cocktails evtl. leicht auf die Rezeptur aus. Eine Caipirinha mit Cachaça adoçada benötigt weniger Zucker als der identische Drink mit ungesüßtem Zuckerrohrbrand.

Welche Rolle spielt Karamell als Zusatz in Cachaça?

Die Zugabe von Karamell oder genauer gesagt Zuckercouleur in gelagerten Cachaça ist zur Farbkorrektur zulässig. Dabei muss beachtet werden, dass diese Form der Produktvereinheitlichung bei nahezu allen im Holzfass gelagerten Spirituosen praktiziert wird. Die Süßkraft dieser Stoffe kann aufgrund der geringen Zugabe in das Endprodukt und dem Fehlen von Kohlenhydraten als nicht gegeben bezeichnet werden.

Ist ein Cachaça schlechter, wenn er (leicht) süßlich schmeckt?

Speziell “Cachaça adoçada” schmecken teilweise so penetrant süß, dass die restlichen Aromen der Spirituose überlagert werden. Es ist jedoch nicht so, dass immer ein Zuckerzusatz vorliegt, sobald ein Brand leicht süßlich schmeckt. Vielmehr kann dieser Eindruck auch von Fuselstoffen bzw. anderen Alkoholen wie Glycerin hervorgerufen werden.

Für die Mithilfe bei der Recherche zu diesem Artikel möchte ich mich bei Herbert Rugel von Serra das Almas und Dietrich Flath von Cachaca-Online bedanken! Es würde mich freuen, wenn andere Blogs dieses Thema aufgreifen und für weitere Spirituosen behandeln würden.