Velho Barreiro Special Reserve

bewertet am 04. August 2011 mit

Velho Barreiro vertreibt in Deutschland neben der kurz bzw. 10 Jahre gelagerten Qualität auch noch “Special Reserve”, welcher von der Lagerzeit dazwischen liegt. Alle Produkte unter dem Markennamen Velho Barreiro werden von der industriellen Brennerei “Tatuzinho – 3 Fazendas” in der Stadt Rio Claro im brasilianischen Bundesstaat São Paulo hergestellt. Nach der Destillation wird der Brand in große Holzfässer gefüllt und drei Jahre gelagert. Bevor die Spirituose in die klare Flasche kommt, wird sie mit Zucker versetzt und mit Wasser auf 39% herabgesetzt. Auf den Zuckerzusatz wird mit dem Hinweis “Adoçada” hingewiesen.

Die deutlich braun gefärbte Spirituose verströmt zunächst einen deutlich süßen und dadurch angenehmen Duft. Leichte Grasaromen, etwas Eiche und eine leichte Schärfe kommen an der Nase an. Der Geschmack wird von einer fast alles überlagernden Süße dominiert. Dennoch zeigt sich eine leichte alkoholische Schärfe. Der Cachaça bizzelt etwas auf der Zunge und füllt den Rachen schnell mit einem eher beliebigen Geschmack. Die nahezu fehlenden Aromen machen die pure Verkostung langweilig.

Meiner Meinung nach, eignet sich dieser Cachaça, trotz seiner drei Jahre Lagerung, keinesfalls zum Purgenuss. Von den anderen fünf verkosteten, industriell hergestellten und gelagerten Cachaças hebt er sich vor allem durch seine starke Nachsüßung negativ ab. In einem Cachaça Sour oder der Caipirinha weiß er jedoch zu überzeugen. Besonders die alles überlagernde Süße sorgt hier für einen massentauglichen Geschmack.

Beim großen online Cachaça-Tasting landete das Produkt auf dem 1. Platz unten den gelagerten Cachaças. Auf Caipitest.de rangiert Velho Barreiro Gold auf dem 1. Platz in der Gesamtliste.

Erhältlich ist dieser Cachaça bei Barfish, dem Kölner Rum Kontor und Vicios Brasileiros zu einem Literpreis von etwa 15 Euro.

All Cachaça on Special Offer!

geschrieben am 31. Juli 2011

In der vergangenen Woche kam mal wieder ein Newsletter vom britischen Onlineshop TheDrinkShop.com in meiner Mailbox an. Bereits der Betreff der Email weckte mit “All Cachaça on Special Offer!” meine Aufmerksamkeit.

Für die insgesamt 27 gelisteten Produkte gibt es im Schnitt etwa 10% Rabatt auf den sonst üblichen Preis. In dem Werbehinweis selbst ist sogar von bis zu 20% die Rede. Die in Deutschland ohnehin erhältlichen Produkte werden dadurch zwar nicht zu Schnäppchen, allerdings lässt sich so verhältnismäßig günstig an weitere Cachaça Sorten herankommen. Der aktuelle Kurs von 1 Euro zu etwa 88 Pence liegt in der Mitte des Schwankungsbereichs der letzten Jahre. Wen die Versandkosten nach Deutschland in Höhe von 17,38 £ (etwa 20 Euro) nicht abschrecken, kann für diesen Preis 12 normale 0,7 Liter Flaschen transportieren lassen. Spätestens dann macht der Versandkostenanteil nicht mehr viel am Endpreis aus.

From Rio to Padua

bewertet am 28. Juli 2011 mit

Mit einer Durchschnittsnote von 5,54 belegte “From Rio to Padua” den 7. Platz im Cachaça Mixwettbewerb bei Cocktails & Dreams. Der Name soll wohl auf die Herkunft der beiden Hauptzutaten Cachaça (Rio) und Aperol (Padua) hinweisen. Diese Bestandteile des Drinks werden durch eine geringe Menge Maracujasirup ergänzt, welche durch eine großzügige Zugabe von Zitronensaft den Drink nicht zu süß werden lässt. Erdacht wurde die Rezeptur vom Forumsmitglied bastiz. Besonders meine “Amateur-Tester” fanden den Cocktail ausgesprochen trinkenswert, auch von mir erhielt er eine recht gute Bewertung.

Bereits bevor das Glas die Lippen erreicht, hat man bereits den Duft der Zitronenschale in der Nase. Der Drink schmeckt, durch die Zutaten mit unterschiedlichen Charakteristiken komplex. Aperol und die Orange Bitters steuern eine leichte Bitterkeit bei. Von der Zitrone kommt ein Schwung Säure, auf der anderen Seite steht die Süße von Aperol und Sirup. Noilly Prat ergänzt eine leichte Trockenheit und Würzigkeit in das Gesamtbild. All diese Eindrücke spielen sich auf einem Grundgeschmack ab, der von Cachaça dominiert wird. In meinen Augen ein schöner Aperitiv, zum Training der Geschmacksnerven vor einem guten Essen, aber auch solo gut trinkbar.

Zutaten:

  • 4,5 cl Cachaça
  • 2 cl Aperol
  • 1,5 cl Noilly Prat
  • 1 cl Maracujasirup
  • 2,5 cl Zitronensaft
  • 1 dash Orange Bitters

Zubereitung:

Alle Zutaten mit einigen Eiswürfel schütteln und doppelt in eine vorgefrostete Martinischale abseihen. Zitronenzeste über dem Glas abspritzen und über den Rand der Cocktailschale reiben, danach mit ins Glas geben.

Sagatiba Velha

bewertet am 21. Juli 2011 mit

Von Sagatiba gibt es neben der ungelagerten Standard-Abfüllung auch einen gelagerten Brand mit der Bezeichnung “Velha”. Diese Sorte wurde ebenfalls 2006 in den deutschen Markt eingeführt, die Marke selbst existiert aber schon zwei Jahre länger. Sagatiba bedeutet “die unendliche Suche”, was sich auch in dem Unendlichkeitszeichen des Logos wiederfindet. Die zusammengekauften Ursprungsbrände werden auch bei dieser Sorte noch einmal destilliert und anschließend für zwei Jahre in Fässern aus Amerikanischer Eiche gelagert. Nach einer anschließenden Filtrierung wird die Spirituose auf 38% herunterverdünnt und direkt in der Produktionsanlage im Bundesstaat São Paulo abgefüllt.

Die Farbe ist für einen zwei Jahre gelagerten Brand relativ dunkel. An der Nase kommen zunächst Aromen an, die sich als hart, kantig und scharf darstellen. Dann folgt eine leichte Süße, die nicht zu aufdringlich ist. Eine leichte Floralität mit Anklängen von Kamille macht den Duft doch wieder gefällig. Auf der Zunge präsentiert sich Sagatiba Velha trocken, rund und relativ weich. Unbestimmbare Lageraromen bleiben kurz im Mund, der Nachhall ist weich und angenehm aber leider recht unbestimmt. Die Spirituose hat, wie die ungelagerte Version, sicher eine gute chemische Qualität – leider fehlt es dadurch an Charakter und der spezifischen Zuckerrohrbrand-Aromatik.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei Sagatiba Velha um das beste Produkt aus sechs zusammen verkosteten  industriell hergestellten und gelagerten Cachaças. Der Unterschied zum Tiefpunkt Pitu Especial de Ouro ist deutlich bemerkbar, dennoch handelt es sich auch hier nicht um einen wirklich empfehlenswertes Produkt.

Erhältlich ist dieser Cachaça unter Anderem bei Barfish zu einem Preis von etwa 22 Euro für die 0,7 Liter Flasche.

Sleeping Sun

bewertet am 14. Juli 2011 mit

Den 8. Platz im Cachaça Mixwettbewerb bei Cocktails & Dreams belegte der “Sleeping Sun” von Tiefenrausch. Dieses langjährige Community-Mitglieder wohnt in Karlsruhe und überrascht, anders als es sein Benutzername vermuten lässt, bei Wettbewerben immer wieder mit ausgefeilten Kreationen. Für mich persönlich war es einer der Drinks mit der höchsten Bewertung und damit den besten Ambitionen für einen Platz auf dem Siegerpodest. Wie die durchschnittliche Bewerung von 5,33 Punkten zeigt, waren nicht alle Bewerter so überzeugt von der eingereichten Rezeptur. Wie manch anderer Cocktail im Wettbewerb basiert auch der Sleeping Sun auf der Grundrezeptur eines Cachaça Sours. Dieser wird durch Zugabe von Heidelbeerlikör um eine zusätzliche fruchtige Komponente ergänzt. Ein frisches Eiweiß sorgt für ein angenehmeres Mundgefühl, ist allerdings nicht jedermans Sache.

Das, passend zur Rezeptur mit einem Heidelbeerspieß garnierte, Glas trägt eine deutliche Schaumkrone über dem hellroten Drink. Diese wird vom Schütteln der Zutaten mit dem frischen Eiweiß hervorgerufen. Das Aroma des Cocktails wird von dem fruchtigen Geschmack des Heidelbeerlikörs positiv beeinflusst. Es entsteht eine süffige und eingängliche Komposition. Die Textur ist geschmeidig und der Drink angenehm zu trinken. Für mich ist das Ergebnis nach der Zugabe von 1 cl Zuckersirup etwas zu süß, ich würde empfehlen diesen zunächst etwas zu reduzieren oder ganz weg zu lassen. Der Heidelbeerlikör bringt bereits eine deutliche Süße in den Drink.

Zutaten:

  • 6 cl ungelagerter Cachaça (Velho Barreiro weiß)
  • 2,5 cl Heidelbeerlikör (Boudier, Lapponia)
  • 1 cl Zuckersirup
  • 1,5-2 cl Limettensaft (frisch)
  • 1 Eiweiß (frisch)

Zubereitung:

Alle Zutaten kräftig mit Eis schütteln und in eine Cocktailschale abseihen. Mit Heidelbeeren garnieren.