Cachaça-Rankings aus Brasilien

geschrieben am 08. September 2011

Im Mutterland des Cachaça gibt es erwartungsgemäß zahlreiche Rankings zur brasilianischen Nationalspirituose. Das wichtigste Ranking in der landeseigenen Ausgabe des Playboy und ein weiterer Vergleich sind gerade erschienen. Grund genug sich die Platzierungen einmal anzuschauen.

Cachaça-Ranking 2011 aus dem Playboy

Seit 2007 treffen sich alle zwei Jahre insgesamt 20 Juroren und legen ein gemeinsames Ranking fest, welches in Brasilien mittlerweile als führend gilt. Die Experten haben unterschiedlichste Hintergründe, so sind Sammler, Chemiker, Webseitenbetreiber und ein Messedirektor vertreten. Grundlage der Rangliste ist eine Auswahl von 102 verschiedenen Sorten, die sich durch jeweils 10 Vorschläge der Juroren ermittelt. Diese Vorschläge werden anschließend erneut durch alle Experten verkostet und bekommen Punkte nach individueller Platzierung. Aus dieser errechnet sich dann das Gesamtranking:

  1. Anísio Santiago/Havana (Salinas, MG)
  2. Vale Verde (Betim, MG)
  3. Claudionor (Januária, MG)
  4. Germana (Nova união, MG)
  5. Canarinha (Salinas, MG)
  6. Serra Limpa (Duas Estradas, PB)
  7. Maria Izabel (Parati, RJ)
  8. Seleta (Salinas, MG)
  9. Sagatiba Preciosa (Ribeirão Preto, SP)
  10. Germana Heritage (Nova união, MG)
  11. Mato Dentro Prata (São Luis do Paraitinga, SP)
  12. Cachaça da Tulha Ouro (Mococa, SP)
  13. Coronel Xavier Chaves (Cel. Xavier, MG)
  14. Boazinha (Salinas, MG)
  15. Lua Cheia (Salinas, MG)
  16. Casa Bucco (Bento Gonçalves, RS)
  17. Nêga Fulô (Nova Friburgo, RJ)
  18. Armazém Vieira Safira (Florianópolis, SC)
  19. Weber Haus Amburana (Motim, RS)
  20. Rainha das Gerais (Curvelo, MG)

Fett markierte Produkte sind in Deutschland erhältlich. Der viertplatzierte Germana kann leicht aus Großbritanien beschafft werden.

Cachaça-Ranking in der September-Ausgabe der Zeitschrift VIP

Im Gegensatz zum Ranking im Playboy wurden in der September-Ausgabe der VIP gezielt ungelagerte bzw. kurz gelagerte Brände verglichen. Auch hier haben sich 10 Juroren versammelt um gemeinsam eine Rangfolge aufzustellen. Teilweise sind es die gleichen Experten wie beim Playboy-Ranking. Sie haben gemeinsam 12 Brände getestet, die besten 10 sind in der Zeitschrift zu finden:

  1. Serra das Almas Prata (Rio de Contas, BA)
  2. João Mendes Prata (Perdões, MG)
  3. Mato Dentro Premium Prata (São Luis do Paraitinga, SP)
  4. Nêga Fulô Jequitibá (Nova Friburgo, RJ)
    Armazem Vieira Nossa Senhora do Desterro (Florianópolis, SC)
  5. Serra Limpa Prata (Duas Estradas, PB)
  6. Leblon (Patos de Minas, MG)
  7. Jacuba Prata (Coronel Xavier Chaves, MG)
  8. Mercedes Prata (Orizona, GO)
  9. Tabua Flor de Prata (Taiobeiras, MG)

Lediglich Serra das Almas und der sechjährige Armazem Vieira sind in Deutschland erhältlich. Leblon kann jedoch leicht aus Großbritanien beschafft werden.

Natürlich können diese Rankings bei geschätzt über 4.000 verschiedenen Marken nur einen groben Überblick zur Vielfalt von Cachaça geben. Speziell das Ranking im Playboy hat aber eine große Abdeckung und wird daher von vielen Brasilianern sehr geschätzt. Bleibt zu hoffen, dass wir in Deutschland bald eine größere Auswahl der Brände aus den Rankings kaufen können.

Campari kauft Sagatiba

geschrieben am 02. September 2011

Bereits am 4. August 2011 machte eine Übernahme in der Spirituosenbranche die Runde in den Wirtschaftsnachrichten. Der italienische Konzern Campari mit Sitz in Mailand kauft die Cachaça-Marke Sagatiba. Als Kaufpreis werden 26 Millionen $ angegeben, außerdem sind die bisherigen Eigentümer 8 Jahre mit 7,5 % an den weiteren Umsätzen beteiligt. Die Italiener stärken damit ihr internationales Portfolio, nachdem sie zuvor bereits den Vertrieb für Sagatiba in Lateinamerika inne hatten. In Deutschland wird der Cachaça bisher von Seven Spirits GmbH & Co. KG vertrieben, zuvor befand er sich im Portfolio von Brand Support.

Momentan sind von Sagatiba die drei Qualitäten Pura, Velha und Preciosa erhältlich. Wie sich die Produktpalette und die Preispolitik nun weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.

Ypioca Gold

bewertet am 29. August 2011 mit

Ypioca Gold ist ein industriell hergestellter Cachaça aus dem Bundesstaat Ceará. Im Portfolio von Ypioca befinden sich zahlreiche weitere Brände und Liköre auf Basis von Cachaça. Das Topprodukt stellt Ypioca 150 dar, welches 6 Jahre in Fässern aus unterschiedlichen Hölzern reift. Neben Spirituosen stellt das 1846 gegründete Unternehmen auch andere Industriegüter wie Papier und Fleisch her.

Das verwendete Zuckerrohr wird auf eigenen Plantagen nach dem biologisch dynamischen Verfahren angebaut und selbst destilliert. Ypioca Gold wurde anschließend ein Jahr in Fässern aus Bálsamo gelagert. Die Farbe des Cachaças ist sehr dunkel, daher ist von der Lagerung in kleinen Fässern oder einer leichten Nachfärbung auszugehen. An der Nase kommen zunächst weiche Aromen mit einer leichten Süße an. Grastöne sind zu erkennen, außerdem riecht das Produkt leicht seifig. Der Geschmack bestätigt den leicht süßen Eindruck, wahrscheinlich wurde mit etwas Zucker nachgeholfen. Die warme und weiche Spirituose verfügt über deutliche Lageraromen, die den Brand als leicht muffig rüber kommen lassen. Die zuvor erwähnten seifigen Aromen sind auch auf der Zunge zu spüren. Der Gesamteindruck bleibt lange am Gaumen erhalten und ist als recht angenehm zu beschreiben.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei Ypioca Gold um eines der besseren Produkte aus sechs zusammen verkosteten  industriell hergestellten und gelagerten Cachaças. Sagatiba Velha verweist den Brand auf den zweiten Platz.

Erhältlich ist dieser Cachaça bei Barfish, dem Kölner Rum Kontor und Vicios Brasileiros zu einem Literpreis von etwa 18 Euro.

Berlin ist im Oktober eine Reise wert

geschrieben am 18. August 2011

Berlin ist im Oktober für Spirituosen- und Cocktailfreunde eine Reise wert. Speziell für Fans von Cachaça bietet die Hauptstadt interessante Messen und eine damit verbundene Buchvorstellung.

German Rum Festival: 8. – 9. Oktober 2011

Beim ersten deutschen Rum Festival in Berlin geht es vor allem um die Vielfalt dieser bereits lange produzierten Spirituose. Dirk Becker, Besitzer des Rum Clubs, Mitglied im International Rum Expert Panel und aktiver Blogger, veranstaltet diese Messe zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum. Als Vorbild dürften die Rum Festivals in London und den USA dienen. Auch für Liebhaber von Cachaça ist ein Besuch interessant. Bis jetzt haben sich die Marken Delicana und Magnífica zu einem eigenen Stand entschlossen. Die Ticketpreise betragen 22 Euro für das Tagesticket bzw. 44 Euro für beide Tage. Pro Tag können über eine sog. Rum-Rations-Karte jeweils 7 verschiedene Spirituosen aus dem vielfältigen Angebot vor Ort probiert werden. Den Termin des Festivals auf das Wochenende vor dem Bar Convent zu legen, war eine gute Entscheidung und erspart Teilnehmern die erneute Anreise nach Berlin.

Bar Convent: 10. – 11. Oktober 2011

Direkt nach dem German Rum Festival findet der Bar Convent 2011 statt. Die Messe wurde vom Mixology-Team erstmals in 2007 organisiert und findet nun bereits zum fünften Mal statt. Mit einem vielfältigen Programm aus Tastings, Seminaren und sonstigen Angeboten von teils hochkarätigen Persönlichkeiten der Barszene ist der Bar Convent mittlerweile der Leuchtturm der Barmessen im deutschsprachigen Raum. Die Ticketpreise betragen 25 Euro im Vorverkauf bzw. 35 Euro an der Tageskasse. Abonnenten des Barmagazins Mixology erhalten ihr Ticket im Vorverkauf erfreulicherweise kostenlos. Nach Messeschluss trifft man viele Besucher in den Berliner Top-Bars, hier sind evtl. auch wieder ein paar spezielle Veranstaltungen zu erwarten.

Cocktailian II: Rum und Cachaça

Kurz vor dem Bar Convent, auf Amazon wird der 7. Oktober 2011 als Termin angegeben, erscheint der zweite Teil des Cocktailbuchs Cocktailian. Während der erste Teil die Vielfalt der Spirituosen und Cocktails beleuchtete, dreht es sich um zweiten Teil gezielt um Rum und Cachaça. Der genaue Inhalt bleibt abzuwarten aber sicher geht es auch um Herstellung, Geschichte und Eigenheiten der beiden Spirituosengattungen. Die weltweit besten Cocktailrezepturen dürften den Großteil der Seitenzahl ausmachen. Mit 34,90 Euro für etwa 450 Seiten liegt die zweite Ausgabe etwa gleichauf zur Ersten. Auf dem Bar Convent wird es sicher möglich sein das Buch direkt zu erwerben und evtl. auch von den Autoren Helmut Adam und Bastian Heuser signieren zu lassen.

Für beide Messen liegen bereits die Tickets bei mir zu Hause, eine Unterkunft mit anderen Cocktail-Nerds ist ebenfalls bereits gebucht. Ich freue mich auf lange Oktobertage und -nächte in der Hauptstadt.

Push Forward

bewertet am 11. August 2011 mit

Den Abschluss der vorgestellten Drinks aus dem Cachaça Mixwettbewerb bei Cocktails & Dreams wird eine aus ganz unterschiedlichen Zutaten zusammengestellte Rezeptur sein. Ein passender Name war für seinen Erfinder und Mit-Wettbewerbs-Initiator Mixael schwer zu finden. Aufgrund einer Spam-Welle, die das Cocktails & Dreams Forum zur Wettbewerbszeit heimsuchte, wählte er die immer wieder in den Spam-Beiträgen vorkommende Phrase “Push Forward”. Mit der zugrunde liegenden Rezeptur belegte er mit einer Durchschnittsbewertung von 5,90 den 5. Platz. Neben der Hauptzutat Cachaça wurden ein Kräuterlikör, Ahornsirup, Bitters und grüne Trauben miteinander kombiniert. Die Beerenfrüchte waren zu Beginn des Jahres Bestandteil einiger viel diskutierter Drinks und wurden sicher deshalb ausgewählt. Frische Früchte gehen mit Cachaça ohnehin meist eine gute Verbindung ein.

Die rote Farbe wird vor allem durch die Zugabe von Peychaud’s Aromatic Bitters erreicht. Bereits bevor man den ersten Schluck im Mund hat, erreicht das Aroma von Trauben und Cachaça den Geruchssinn. Im Mund stellt sich der Drink als sehr ausgewogen und gut trinkbar dar. Die Trauben geben der Rezeptur eine schön fruchtige Textur. Feine Kräuternoten von Benedictine und Bitters bereichern diesen Gesamteindruck. Süße und Säure sind ausgewogen, der Cocktail schmeckt nicht zu alkoholstark und eignet sich, trotz seiner geringen Größe, wunderbar für den Sommer. Bei der Verwendung von einem anderen Zuckerrohrbrand als Velho Barreiro weiß hat sie Rezeptur sicher noch Potential. Für mich einer der besten Cocktails aus dem Wettbewerb.

Zutaten:

  • 5 cl Cachaça (Velho Barreiro Silver)
  • 0,75 cl Benedictine
  • 1 cl Ahornsirup (Grad A)
  • 3 dashes Peychaud’s Aromatic Bitters
  • 6 grüne kernlose Trauben
  • 1/4 Limette

Zubereitung:

Limette und Trauben Muddeln. Die restlichen Zutaten hinzufügen und mit einigen Eiswürfeln schütteln. Doppelt in eine Martinischale abseihen.